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07.Mai 2013

Digitaler Nachlass – Was passiert mit meinen Daten nach meinem Tod

Aus den Bereichen: Technologie

Niemand setzt sich gerne mit der Endlichkeit des eigenen Lebens auseinander. Nur ein geringer Teil der Menschen hinterlässt bei seinem Tod ein Testament.  Viele von uns gehen davon aus, dass das gesetzliche Erbrecht die Folgen unseres Todes in angemessener Weise regelt und die Menschen berücksichtigt, die uns familiär am nächsten stehen. Im Einzelfall mag diese Annahme zutreffen. In harmonischen Familien ist vielleicht auch zu hoffen, dass die Regelung des Nachlasses (unabhängig von gesetzlichen Ansprüchen) einvernehmlich erfolgt und nicht zu Streitigkeiten bis hin zu familiären Zerwürfnissen führt. Unabhängig von der rechtlichen Situation hat das Internetzeitalter bisher unbekannte Probleme aufgeworfen. Was passiert mit meinen Daten nach meinem Tod? Wer erhält die wichtigen Zugangspasswörter zu meinen sozialen Netzwerken? Möchte ich, dass meine Erben alles lesen können, was ich geschrieben habe? Was ist mit den Zugangsdaten bei ausschließlich über das Netz geführten Vertragsverhältnissen, wie Online-Konten,  Versicherungsverträgen und Versandhändlern? Wie kann ich sicherstellen, dass die von mir hierfür vorgesehenen Personen schnell Zugriff auf meinen digitalen Nachlass nehmen können bzw. überhaupt vom Umfang meines Nachlasses und eventuell bestehenden offenen Verbindlichkeiten Kenntnis erhalten? Es handelt sich um praktische Probleme, die allein mit erbrechtlichen Vorschriften nicht zu regeln sind. Jeder sollte sich aktiv Gedanken darüber  machen, wie sein digitaler Nachlass geregelt sein soll. Sodann kann Vorsorge für die praktische Umsetzung dieser Vorstellungen getroffen werden. Inzwischen gibt es Internetkonzerne, die sog. „digitale Testamente“ anbieten, die jedoch im Regelfall auf das bei dem Anbieter bestehende Konto beschränkt sind. Wer eine umfassende Regelung wünscht, sollte diese auf Grundlage einer klassischen letztwilligen Verfügung - eines Testaments - treffen, die nicht nur regelt, wer zum Kreis der Erben zählen soll, sondern gleichzeitig klar bestimmt, wie mit Internetdaten zu verfahren ist. Daneben ist es unverzichtbar, dass Listen geführt werden, die einen Überblick über den digitalen Nachlass verschaffen und die erforderlichen Passwörter liefern. Diese müssen selbstverständlich so verwahrt werden, dass sie nur in den Situationen und von den Menschen eingesehen werden können, von denen wir es uns wünschen.
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