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05.März 2018

Digitaler Nachlass - was tun?

Aus den Bereichen: NotareErbrechtDigitalisierung

Ich möchte Unsterblichkeit nicht durch meine Werke erreichen, sondern dadurch, dass ich nicht sterbe”. So wie Woody Allen gehen viele Menschen mit dem Lebensende um. Wobei lange Zeit galt, dass auch ohne eigene Vorsorge der Staat für viele passende gesetzliche Regelungen bereit hielt.

Das hat sich mit der zunehmenden Digitalisierung vieler Lebensbereiche geändert. Wer heute einen digitalen Nachlass erbt, sieht sich vor viele Herausforderungen gestellt. Manche sind rechtlicher, viele sind tatsächlicher Natur.

Das fängt bereits damit an, dass zu einer geordneten Nachlassverwaltung die Sichtung und Erfassung des Nachlasses gehört. Doch wie kommt man an die Onlinedaten des Verstorbenen heran? Wer weiß schon, wo sein Ehepartner oder Lebensgefährte überall Onlinekonten- und -profile angelegt hat. Und selbst wenn das weiß, hat man in den seltensten Fällen die Zugangsdaten parat.

Hier empfiehlt sich im Rahmen der Vorsorge eine Aufstellung der Onlinekonten, Profile und Seiten, bei denen man angemeldet ist. Wichtig für die Erben zu wissen ist auch, welche kostenpflichtigen Dienste jemand abonniert hat.

Wer in sozialen Netzwerken angemeldet ist, trifft dabei schnell auf rechtliche Hürden. Viele Plattformbetreiber stellen eigene Regeln auf, die zwar nach deutschem Rechtsverständnis nur selten wirksam sein dürften. Sitzt der Plattformbetreiber aber im Ausland, hilft das nicht weiter.

You can check out anytime you like, but you can never leave.

Getreu der Songzeile in dem Klassiker der Eagles können vielfach Onlineprofile Verstorbener nicht gelöscht oder nur in einen Gedenkmodus versetzt werden. Und entgegen deutschem Rechtsverständnis ist das häufig auch nicht den Erben möglich, sondern nur Angehörigen, was neue Probleme aufwerfen kann.

Schließlich weigern sich viele Emailprovider, Erben Zugriff auf die Mailkonten zu gewähren oder Kopien der Mails herauszugeben, weil sie glauben, nach dem Telekommunikationsgeheimnis zu der Verweigerung verpflichtet zu sein.

Alle diese Probleme vermeidet oder minimiert, wer rechtzeitig Vorsorge trifft. Einen Ausweg bietet die notarielle Beurkundung. Wer Erben auch für seinen digitalen Nachlass eine Vorsorgevollmacht erteilt oder in seinem Testament entsprechende Anordnungen trifft, erleichtert seinen Nachkommen das Leben enorm.

Möglich ist auch, Passwörter und Zugangsdaten in einer notariellen Urkunde aufnehmen zu lassen. Das gibt Hinterbliebenen einen unkomplizierten Zugriff auf eigene elektronische Benutzerkonten ohne Mitwirkung des jeweiligen Diensteanbieters. Dabei sollte sinnvollerweise genau festgelegt werden, wer Abschriften der Urkunde erhalten darf.

Ihr Notar berät Sie gerne.