… wird geladen

zurück zur News-Übersicht

31.März 2012

Erben und Vererben - Was Sie für den Todesfall wissen müssen

Erben oder Vererben trifft jeden irgendwann, denn in Deutschland stirbt niemand ohne Erben. Entweder sind in diese in einem Testament festgelegt oder der Staat bestimmt die Erben. Ohne Testament sind Erben nach dem deutschen Erbrecht grundsätzlich nur Verwandte, also Personen, die gemeinsame Eltern, Großeltern oder noch entferntere gemeinsame Vorfahren haben. Nicht in diesem Sinne verwandt, und daher keine gesetzlichen Erben, sind Schwiegermutter, Schwiegersohn, Stiefvater, Stieftochter und die angeheirateten Tanten und Onkel.  Es erben aber nicht alle Verwandten in gleicher Weise. Das Gesetz teilt sie in verschiedene Gruppen ein. Zur ersten Gruppe gehören nur die Abkömmlinge des Verstorbenen. Das sind Kinder, Enkel oder Urenkel. Wobei die Enkel oder Urenkel regelmäßig nur dann etwas erben können, wenn ihre Eltern bereits verstorben sind oder das Erbe nicht annehmen wollen. Zur zweiten Gruppe gehören die Eltern und deren Kinder und Kindeskinder, also Geschwister und Nichten und Neffen des Erblassers. Die dritte Gruppe und vierte Gruppe umfasst die Großeltern bzw. die Urgroßeltern und deren Nachkommen. Verwandte aus einer vorhergehenden Gruppe schließen dabei alle möglichen Erben einer ferneren Gruppe aus.  Neben den Verwandten ist auch der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner erbberechtigt, jedenfalls bis zur Scheidung der Ehe oder Aufhebung der Partnerschaft. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung wird der Ehe- oder Lebenspartner von Gesetzes wegen aber nicht Alleinerbe des Verstorbenen. Er erbt regelmäßig nur zusammen mit den Kindern, also den Verwandten der ersten Gruppe, oder bei Kinderlosigkeit des Erblassers zusammen mit dessen Eltern. Erst durch ein Testament kann der Ehe- oder Lebenspartner zum Alleinerben werden.  Wer ein Testament machen möchte, hat zwei Möglichkeiten. Er kann ein Testament eigenhändig (privat) oder notariell (öffentlich) errichten. Der Unterschied ist einfach erklärt: Das eigenhändige Testament muß vom Erblasser selbst geschrieben und unterschrieben sein. Das notarielle Testament wird vor einem Notar errichtet.  Ehepaare haben die Möglichkeit, ihren letzten Willen in einem gemeinsamen Testament niederzuschreiben. Das Besondere daran ist, dass die gegenseitigen Regelungen für den Überlebenden verbindlich sind und grundsätzlich nicht mehr geändert werden können. Gegenseitig sind solche Verfügungen eines Ehepartners, von denen man annimmt, dass sie nicht ohne die Verfügung des anderen getroffen worden wären.  Da nur Verwandte oder der Ehe- bzw. Lebenspartner von Gesetzes wegen erben, muss ein Testament machen, wer seinem Verein, dem Nachbarn oder seinen Freunden etwas hinterlassen möchte. Anstelle einer Erbeinsetzung bietet sich hier auch ein Vermächtnis an. Die so Bedachten werden dann nicht Erben, erhalten aber aus der Erbschaft einen Geldbetrag oder einen Gegenstand.  Wer einzelne gesetzliche Erben ausschließen möchte, kann diese im Testament enterben. Wichtig ist dabei zweierlei: Die Enterbung betrifft nur die benannte Person. An dessen Stelle treten seine Abkömmlinge. Wer auch das nicht will, muss diese ebenfalls ausschließen. Zum anderen kann der so genannte Pflichtteil naher Verwandter lediglich unter sehr engen Voraussetzungen entzogen werden. Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch und steht einem enterbten Ehegatten, Kind, Enkel oder Elternteil zu. Diese können vom Erben Geld in Höhe der Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils verlangen.  Wer sicherstellen möchte, dass der letzter Wille von den Erben auch befolgt wird, kann eine Person des Vertrauens als Testamentsvollstrecker einsetzen. Dieser kümmert sich um die Abwicklung des Nachlasses und vollzieht die Anordnungen des Verstorbenen. Das ist insbesondere bei minderjährigen Erben sinnvoll oder wenn unerfahrene Erben geschützt werden sollen.