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29.Juni 2015

Hauskauf: Internetangebot als Beschaffenheitsvereinbarung

Aus den Bereichen: Immobilie

Vorsicht beim Immobilienkauf. Wer es bei der Objektbeschreibung im Internet übertreibt, kann hinterher Probleme bekommen. Das OLG Koblenz hat in einem jetzt veröffentlichten Urteil entschieden, dass Angaben im Internetangebot Grundlage der Beschaffenheitsvereinbarung zwischen Verkäufer und Käufer sind, wenn der spätere Notarvertrag dazu keine abweichenden Regelungen enthält. Die Immobilie war im Internet unter anderem mit dem Hinweis auf eine 25 qm große Dachterrasse sowie einen 15 qm großen Dachgarten inseriert worden. Im Kaufvertrag selbst fehlte eine entsprechende Beschaffenheitsbeschreibung. Die Käufer monierten nach dem Kauf, dass die als Dachgarten beschriebene Fläche nicht zum dauernden Aufenthalt von Personen zugelassen ist und die daneben liegende Terrasse nicht darauf erstreckt werden kann. Das widerspreche dem, was ihnen die Verkäufer durch ihre Verkaufsanzeige und bei einer Wohnungsbesichtigung suggeriert hätten. Nach Auffassung des Gerichts konnten die Käufer sich grundsätzlich auf die Angaben in der Internetanzeige stützen. Weil der Notarvertrag keine abweichende Regelung enthielt, wären Gewährleistungsansprüche möglich, entschied das OLG. Im vorliegenden Fall allerdings hatte der Käufer keinen Erfolg, weil er nicht beweisen konnte, dass ihm bei der Besichtigung versprochen worden sei, er könne Dachgarten und -terasse in gleicher Weise nutzen. Das vollständige Urteil können Sie hier nachlesen.
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