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23.Juli 2014

Scheidungskosten doch nicht mehr steuerlich absetzbar!?

Im letzten Jahr haben wir noch freudig über ein Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf zum Thema steuerliche Absetzbarkeit von Scheidungskosten berichtet. Dieses hatte im Frühjahr 2013 entschieden, dass entgegen der Praxis der Finanzverwaltung, nicht nur die reinen Kosten des Scheidungsverfahrens steuerlich als außergewöhnliche Belastungen anzuerkennen sind, sondern auch diejenigen Kosten, die im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung über die Scheidungsfolgen (also insbesondere Unterhalt, Zugewinn etc.) entstehen, soweit die Rechtsverfolgung erfolgversprechend war. Der Gesetzgeber hat kurz darauf reagiert und in § 33 Einkommenssteuergesetz geregelt, dass beginnend mit dem Steuerjahr 2013 die Kosten privater Rechtsstreitigkeiten grundsätzlich nicht mehr steuerlich absetzbar sind. Eine Ausnahme soll nur für Extremfälle gelten, in denen der Rechtsstreit von so großer Bedeutung ist, dass er die Existenz des Betroffenen gefährdet. Es ist daher damit zu rechnen, dass die Finanzämter nun selbst die zuvor unstreitig absetzbaren „reinen Scheidungskosten“ nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen anerkennen werden. Steuerexperten raten allerdings dazu, auch bei künftigen Steuererklärungen sämtliche im Zusammenhang mit der Scheidung entstandene Anwalts- und Gerichtskosten als außergewöhnliche Belastungen aufzuführen. Werden diese nicht anerkannt, sollte der Steuerpflichtige einen Einspruch gegen den Bescheid erwägen.