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22.Oktober 2015

Unternehmensnachfolge zu Lebzeiten regeln

Aus den Bereichen: Notare

Unternehmer sollten sich rechtzeitig um ihre Nachfolge kümmern. Das war der Tenor der vierten KKP-Jubiläumsveranstaltung am gestrigen Mittwoch. Die KKP-Notare Jan Reimann und Jens-Oliver Müller stellten zehn Gestaltungsmöglichkeiten der lebzeitigen Unternehmensnachfolge vor.

Wer sich zu Lebzeiten mit der Unternehmensnachfolge beschäftigt, habe grundsätzlich zwei Möglichkeiten, erklärte Müller zu Beginn. Ein Weg sei es, durch ein Testament oder einen Erbvertrag Regelungen für den Todesfall zu treffen. In diesem Fall finde die Unternehmensnachfolge nach dem Tod des Unternehmers gemäß den im Testament oder Erbvertrag festgelegten Regeln statt. 

Sinnvoller sei es jedoch, machten die Juristen deutlich, die Unternehmensnachfolge so zu gestalten, dass sie bereits zu Lebzeiten erfolgt. Der Vorteil dabei sei, dass der Unternehmer aktiv an dem Prozess teilnehmen könne. Die lebzeitige Übertragung gewährleiste, dass der Unternehmer sich zur verdienten Ruhe setzen könne und  der Prozess für Kunden und Lieferanten schonender gestaltet werde, was bei einer derart einschneidenden Veränderung im Unternehmen und seinen Marktbeziehungen sehr wichtig sei.

Jan Reimann erläuterte anschließend die Besonderheiten der Vertragsgestaltung. Je nach Rechtsform des Unternehmens gebe es unterschiedliche Stolpersteine, die zu beachten seien. "Wer sein Einzelunternehmen verkauft, muss die verkauften Wirtschaftsgüter genau bezeichnen", so Reimann. Sonst bestehe die Gefahr, dass entweder zu wenig oder gar zu viel auf den Erwerber übergehe.

Die Gäste der Wetzlarer Kanzlei erfuhren anhand von Beispielen, welche Regelungsmöglichkeiten es bei Personen- und welche es bei Kapitalgesellschaften gibt. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags waren die bei einer Übertragung innerhalb der Familie sowie bei einem  Verkauf an externe Nachfolge zu beachtenden Besonderheiten.

"Die lebzeitige Unternehmensübertragung als Mittel der Nachfolgeplanung", so das Fazit der Referenten, "bietet viele Chancen für den, der sich rechtzeitig mit den zur Verfügung stehenden Optionen auseinandersetzt. Die richtige Lösung für sich und das Unternehmen findet, wer dabei außer in Zeit auch in rechtliche und steuerliche Beratung investiert."

Am 1. Juni dieses Jahres wurde Kleymann, Karpenstein & Partner mbB 25 Jahre alt. Grund für die 18 Anwältinnen und Anwälte, mit Mandanten, Partnern und Freunden zu feiern. Statt einer zentralen Jubiläumsveranstaltung haben die Juristen zu sechs Jubiläums-Fachvorträgen eingeladen. "25 Jahre KKP verdanken wir vor allem unseren Mandanten, unseren Partnern, unseren Freunden. Deshalb möchten wir mit diesen Abenden etwas zurückgeben. Als Dank für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit ", so Dr. Götz Gerlach, geschäftsführender Partner der Kanzlei.

Fortgesetzt wird die Jubiläumsreihe am 4. November. Das Thema lautet dann "EU-Beihilfenrecht bei kommunalen Immobiliengeschäften". Die Kollegen Tatjana Schneider und Martin Hauter geben Kommunen und Vertragspartnern der öffentlichen Hand wertvolle Praxistipps.