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07.Dezember 2012

Vorsicht vor selbst verfassten Testamenten!

Immer wieder führen selbst angefertigte Testamente zu Problemen oder gar zu Rechtsstreitigkeiten. Oftmals erreichen die Testierenden nicht das, was sie eigentlich mit einem handschriftlichen Testament erreichen wollen, weil sie es falsch formulieren oder Formvorschriften nicht beachten.  So  war es auch in einem Fall, den das OLG Hamm kürzlich zu entscheiden hatte: Ein Testierender hatte ein notarielles Testament errichtet und später selbst einen Nachtrag mit der Überschrift angefertigt „Zusatzvermächtnis“. Dieses Zusatzvermächtnis wurde zwar bei dem notariellen Testament aufbewahrt und gefunden; es war allerdings nicht unterschrieben.  "Formunwirksam", entschied das OLG wegen der fehlenden Unterschrift.  Ergänzungen oder Änderungen einer ursprünglich formgerecht getroffenen letztwilligen Verfügung, die sich auf einem besonderen Blatt befinden, bedürfen zur Wirksamkeit einer erneuten Unterzeichnung durch den Testierenden.  Ein privatschriftliches Testament kann formwirksam auf mehreren losen Blättern errichtet werden, wenn aus dem gesamten Testament die Einheitlichkeit der Willenserklärung zu erkennen ist. Zur Vermeidung von Missverständnissen sollten die losen Blätter daher nummeriert und auf dem letzten Blatt unterschrieben sein. Eine gemeinsame Aufbewahrung mit einem formwirksamen Testament reicht allein nicht aus.