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01.April 2015

Wenn zwei sich streiten – hilft jetzt ein Dritter

Aus den Bereichen: Unternehmen

Konflikte im Job zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie Mitarbeitern und Vorgesetzten, Streitigkeiten mit Nachbarn, Mietern oder Vermietern sowie Handwerkern und Krisen in der Familie bei Betreuung kranker Familienangehöriger oder Erbauseinandersetzungen lassen sich besonders gut mit Mediation lösen. So kann man, wenn das spezielle Problem gelöst ist, gut den Kontakt erhalten und keiner verliert sein Gesicht. Was ist Mediation und wie läuft sie ab? Mediation ist ein Verfahren, das dazu dient, einen Konflikt zwischen streitenden Parteien beizulegen oder zu vermeiden mit Hilfe eines neutralen Dritten, dem sog. Mediator.  Ziel des Verfahrens ist das Erreichen einer einvernehmlichen Lösung, die die Bedürfnisse und Interessen der Medianten berücksichtigt. Es werden zukunftsorientierte Konfliktlösungen erarbeitet, die alle Beteiligten gemeinsam mittragen und akzeptieren, bei denen es nicht um „Siegen“ oder „Verlieren“ geht, sondern um Win-Win-Lösungen. Der Mediator unterstützt die Verhandlung zwischen den Parteien und oktroyiert diesen keine Entscheidung. Er setzt sich durch seine Haltung und durch Kommunikationsmethoden dafür ein, dass das Gespräch zwischen den zerstrittenen Parteien wieder in Gang kommt. Er unterstützt sie dabei, die Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und auszusprechen, die hinter ihren starren Positionen liegen. Der Mediator organisiert, strukturiert und steuert den Mediationsablauf. Er regt an, dass die andere Partei zuhört und sowohl inhaltlich als auch emotional verstanden wird. Der Wendepunkt ist erreicht, wenn auf der kognitiven Ebene ein Perspektivenwechsel möglich ist, d. h. der eine Mediant kann aus der Perspektive des anderen sehen, verknüpft mit dem empathischen Erfühlen der Gefühle und Bedürfnisse des anderen. Dadurch werden die Interessen der anderen Partei als verhandlungswürdig anerkannt und die andere Partei fühlt sich verstanden. Die starren Positionen werden zur Findung einer gemeinsamen Lösung für die Zukunft und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse beider Parteien aufgegeben (sog. Win-Win-Lösung). Gegenseitige Wertschätzung und Respekt sind dabei die Grundpfeiler in der Konfliktauseinandersetzung.  Die Mediation ist entgegen der weit verbreiteten Vorstellung kein harmoniesüchtiges, rechtsfeindliches Palaver über eine mögliche Streitbeilegung. Tatsächlich handelt es sich um ein nüchternes, klar strukturiertes Verfahren, das unter anderem Erkenntnisse der Verhandlungsforschung nutzt.  Die gemeinsame, umfassende und wertschöpfende Regelung einer Konfliktsituation kann als Idealziel von Mediation bezeichnet werden. Die Frage nach einer eventuellen Schuld steht nicht im Vordergrund. Mediation ist in über 80 Prozent der Fälle erfolgreich laut einer Untersuchung der Viadrina Europa-Universität und über 90 Prozent sind mit dem Verlauf und Ergebnis zufrieden im Gegensatz zu 30 Prozent bei Gerichtsverfahren.

Mann mit Handy und Illustration von verschiedenen Apps